WERKSTATT - FEDERUNG copyrights mtb-biking


DIE FEDREUNGSYSTEME - Montage - Wartung

  Die Federung an MTB's ist eine der meist gestreßten und wartungsintensivsten Bauteile. Daher sollten sie tunlichst gepflegt werden um das Absprechverhalten und die Funktion zu bewahren.  

1. WARTUNG

1.1
Federgabeln
Federgabeln sollten ab und an (ca. alle 20 Betriebsstunden) mit BRUNOX
sparsam geölt werden. Dazu die ShockBoots anheben, eventuelle
Schwitznässe abtrocknen und etwas Öl auf die Dichtung geben. ein paar mal durchfedern und überschüßiges Öl abwischen. Hält diese geschmeidig und sorgt für ein feines Absprechverhalten. Gabeln die ohne Boots geliefert werden benötigen diese angeblich laut der Hersteller auch nicht. Es kann nur angeraten werden solche nachträglich anzubringen!
Gabel öfter auf Dichtigkeit überprüfen - zeigen sich Ölspuren an den Gabelbeinen unbedingt beim Fachmann warten lassen!
Zu empfehlen ist bei Gabeln mit offenem Ölbad ein wechseln des Öles alle 1-2 Jahren.
Auch sollte man ab und an die Gabel auf Spiel in den Tauch/Standrohren und den Zustand der Dichtungen hin überprüfen. Sollte merklich Spiel zu fühlen sein so ist dringend der Fachmann zu Rate zu ziehen.

1.2 Hinterbaudämpfer
Hier gilt im Prinzip das Selbe wie bei den Vorderradgabeln. Der Dämpfer sollte einmal im Jahr ausgebaut, die Lagerbuchsen und Bolzen gereinigt und gefettet sowie ab und an auf Dichtigkeit hin überprüft werden. Aussgeschlagene Buchsen sofort erneuern! Nun kann auch gleich der Hinterbau auf Spiel überprüft werden.

1.3 Hinterbauschwinge ist ein Teil der Hinterradfederung. Bis 2001/02 wurden Gleitlager die entweder über eine Abschmieröffnung nachgefettet werden, oder als gedichtete Lager mit selbstschmierenden Kunststofflagern und V2A bzw. Titanachsen verbaut. Letztere sollten weder geschmiert noch zerlegt und gereinigt werden.
Ab 2002 werden fast ausschliesslich sogenannte wartungsfreie Industrie-Kugellager in den Schwingen verwendet.
Sollten die Lager Spiel aufweisen, so müssen sie ob Gleit oder Kugellager komplett ereuert werden. Da es sich meist um genormte Lager handelt sind diese auch im Lager-Handel zu bekommen. Ansonsten bieten die Hersteller teuere Reperaturkits an.
Die Schwinge regelmässig auf Risse hin untersuchen
 
2. EINSTELLUNG

2.1 Federgabel

  • Federvorspannung - meist links/rechts oder beidseitig auf der Gabelkrone vorhandene Einstellrädchen - gegen den Uhrzeiger entspannen bzw. über Luftdruck
  • Zugstufen Dämpfung - Stellschraube meist unten an einem der Gabelholme angebracht
  • Druckstufen Dämpfung - meist in den Stellrädchen für die Vorspannung integriert

optimal eingestellt ist die Gabel, wenn sie beim Aufsitzen ca. 10-15% des Gesamtfederwegs eintaucht (SAG). Die Zugstufen-Dämpfungseinstellung sollte so gewählt sein, dass das Vorderrad wenn man es ca. 30cm über den Boden anhebt und fallen lässt gerade nicht hobst. Eine zu hohe Dämpfung führt zu schwammigem Fahrverhalten und zum Flexen der Gabel da sie nicht schnell genug in ihre Ausgangsposition zurück findet und der nächste Schlag somit nicht gedämpft werden kann. Auch kann eine zu hohe Dämpfung bei Fullys zu verstärktem Wippen des Hinterbaus führen. Eine zu geringe Dämpfung jedoch lässt das Vorderrad springen. Am besten mit der geringsten Dämfungseinstellung beginnen.

2.2 Hinterbaudämpfer

  • Federvorspannung - bei Stahlfederung über die Federspannschraube bei Luft mittels des Luftdrucks
  • Zugstufen Dämpfung - Stellschraube meist unteren Teil des Dämpfers angebracht
  • Druckstufen Dämpfung - Stellrädchen im oberen Teil des Dämpfers angebracht

optimal eingestellt ist der Dämpfer, wenn er beim Aufsitzen ca. 25-30% des Federweges eintaucht (SAG).

 
3. TUNING

Beim Wechsel auf mehr Federweg sei es bei der Gabel wie auch am Hinterbau ist zur Vorsicht geraten. Das bringt in der Regel negative Fahreigenschaften ins Bike. Die Hersteller haben sich bei der Gesamtkonstruktion sicherlich was gedacht! Jede Änderung des Federwegs bringt eine Geometrieänderung mit sich.

3.1 Federgabel

Bei ungenügender Federleistung kann durch wechseln der Federelemente (Stahlfeder, Elastomere) oder durch verändern des Luftdruckes eine erhebliche Verbesserung erziehlt werden.
Eine gut eingestellte Dämpfung lässt sich einfach ermitteln in dem man den Bordstein sitzend hinabfährt und dabei lediglich ein einmaliges Nachwippen verspührt. Beim Wechsel von Einfachgabeln zu Doppelbrückengabeln in jedem Fall zuvor den Rahmenhersteller befragen

Richtwerte für Luft gefederte Gabeln

Fahrergewicht positiver Luftdruck
55 - 70 KG 30 - 40 psi (2 -2.75 bar)
70 - 80 KG 35 - 45 psi (2.4 - 3.1 bar)
80 - 95 KG 42 - 52 psi (2.9 - 3.8 bar)
> 95 KG 52 - 65 psi (3.8 - 4.5 bar)
   
Negativer Luftdruck
0 - 150 psi (0 - 10.3 bar)


3.2 Hinterbaudämpfer
müssen beim Austausch dieselben Maße aufweisen wie das Orginal, da es sonst zu gravierenden Geometrieveränderungen und Rahmenaufschlag kommen kann. Anpassungen an das Fahrergewicht können auch hier durch den Einsatz unterschiedlicher Stahlfedern (Länge und Durchmesser beachten) bzw. Luftdruck erziehlt werden. Zur Ermittlung der optimalen Federhärte wiefolgt vorgehen:
Zuerst muß das Übersetzungsverhältnis des Hinterbaus ermittelt werden. Dazu die Feder ausbauen bzw. die Luft ablassen. Dann den Kolbenhub messen und anschließend den Hinterbauweg in zwei Messungen, je einmal ausgefedert und eingefedert, vom Ausfallende zur Sattelkante bestimmen. Nun das Ganze in ein Verhältniss bringen z.B.
Kolbenhub = 3cm - Hinterbauweg = 12cm - Verhältnis = 4:1. Damit und der folgenden Formel läßt sich die allgemeine Federhärte in Pounds/inch bestimmen:


Fahrergewicht in Kg   x   4,5
   
---------------------------------------------------- X Übersetzungsverhältnis
Kolbenhub in inch




Hier   steht ein komfortables Berechnungstool zur Ermittlung der Federhärte zur Verfügung.



Kennzeichnung von Stahlfedern

Auf den Stahlfedern ist im allgemeinen die Federrate aufgedruckt (z.B. 700x1,5). Dabei bedeutet die erste, dreistellige Zahl wieviel Gewicht nötig ist um die Feder um 1 inch (2,54cm) zusammenzudrücken. Das Gewicht ist in englischen Pounds (lbs) angegeben (1 Pound=453,6g). Bei einer Feder mit der Kennzahl 700 wären das folglich 317,52Kg. Die zweite Zahl gibt an, wie hoch der maximale Hub des Feder/Dämpfers ist. Bei obigem Beispiel also 1,5 inch = 3,81 cm. Bei einem Federaustausch ist es daher wichtig die gleiche Hubgröße zu verwenden.

RockShox


Produktion
Woche/Jahr


Hersteller

Markenname
   German A

  Federrate    Hubmaß
in lbs/inch   in Zoll

Federlänge  
in mm         

Federrate in N/mm

Eine gut eingestellte Dämpfung läßt sich auch hier auf einfache Weise ermitteln in dem man den Bordstein sitzend hinabfährt und dabei max. 1 Nachwippen verspührt.

Reperatur - Tuning und Ersatzteile gibt's z.B. bei   Shock-Therapy   Rose