TECHNIK - Fully copyrights mtb-biking


DAS FULL SUSPENSION

Das Fully unterscheidet sich vom Hardtail durch einen gefederten Hinterbau. Top Bikes in der Kathegorie sind Hi-Tech Geräte. Um eine perfekte Performance und Funktionalität zu gewährleisten müssen diese Rahmen äusserst präzise gefertigt werden, da schon kleinste Abweichungen den Bewegungsablauf der Hinterradfederung massiv stören, zu Spannungen und daraus resultierendem Lagerverschleiss ja bis zu Rahmenschäden (Risse) führen können. Auch muss eine Ausgwogenheit mit der Vorderradfedederung gegeben sein. Die Telemetrie des gesamten Bikes muss stimmen sonst machen Fullys nicht wirklich Spass. Ein gut abgestimmtes Bike jedoch ist in seinen Fahreigenschaften, sei es berauf oder bergab nicht zu überbieten.

 
DIE SYSTEME

Full Suspension Bikes werden in verschiedenen Systemtechniken angeboten. Zur besseren Verständlichkeit der Funktion hier eine Simulation der einzelnen Systeme im Vergleich.
  Rahmensteifigkeit in Abhängigkeit der

Hinterbaukonstruktion
und des
Rahmengewichts

Die Systeme im Überblick

  • Eingelenker - Der Hinterbau ist mit einem Lagerpunkt mit dem Hauptrahmen
    verbunden und stellt ein relativ steifes, leichtes aber nicht aktives System dar.
  • Viergelenker - Die Lagerung des Hinterbaus ist mit vier Gelenken und einer
    Wippe, die den Dämpfer anlenkt, mit dem Hauptrahmen verbunden. Wichtigstes
    Element ist das Horst Link Gelenk in der Kettenstrebe. Dies bewirkt eine Ent-
    kopplung des Antriebs von der Federung warum man hier von einem
    vollaktiven System spricht und dazu einen äußerst stabilen Hinterbau bietet.
  • Mehrgelenker - sind vom Funktionsprinzip mit den Eingelenkern zu vergleichen,
    da das vierte Gelenk sich in der Sitzstrebe befindet und keine Entkopplung
    bewirkt. Sie sind jedoch in der Regel besser abzustimmen und etwas steifer.
  • Antriebsschwinge - Funktionsprinzip ähnlich der Eingelenker, denn auch hier
    wird nur ein Lagerpunkt als Verbindung zum Hauptrahmen eingesetzt. Der
    Unterschied zu allen anderen Systemen besteht darin, daß sich das Tretlager
    in der Schwinge befindet. Nur noch in Kaufhäusern und Baumärkten erhältlich!
 
Traditioneller Eingelenker


Der Schwingendrehpunkt liegt über und etwas hinter der Tretlagerachse. Die Schwinge vollzieht eine exakte Kreisbahn. Da sie sich nicht genau um die Tretlagerachse bewegt verändert sich der Abstand zwischen Tretlager und Hinterachse, was zu Antriebseinflüssen führt. Ist die Kette unter Zug, wird der Hinterbau in den Dämpfer gezogen und behindert den Federvorgang. Daher spricht man bei solchen Systemen von einem nicht vollaktivem System.
Bikes: z.B. Cannondale Super V, Ghost FSP, Scott G-Zero, Centurion No Pogo uvm.
 
Neue Eingelenkvariation


Hier liegt der Schwingendrehpunkt vor dem Tretlager. Dies soll die Antriebseinflüsse verhindern!?! Doch auch bei dieser Konstruktion verändert sich die Lage von Tretlager zur Hinterachse durch die exakte Kreisbahn der Schwinge, was unweigerlich zu Antriebs- einflüssen führt (s.o.). Hinzu kommt noch, bedingt durch den längeren Hinterbau, eine geringe Seitensteifigkeit, was im Downhill und auf Trails ein schwammiges Fahrverhalten zur Folge hat.
Bikes: Scott G-Zero Pro
 
Eingelenker mit
Bananen Schwinge



Vom Funktionsprinzip wie die neuen Eingelenker
jedoch ohne Kettenstreben. Auch hier wirken sich die konstruktionsbedingten Antriebs- einflüsse negativ aus. Durch die große Länge der Hinterbauschwinge und das Fehlen der Kettenstreben ergibt sich ein weniger steifer Hinterbau. Einziger Vorteil, die Kette kann nirgends aufschlagen.
Bikes: Centurion No Pogo CF, Trek VRX,
Hot Chili, K2
 
Klassischer Viergelenker


Bei diesem System wird der Antrieb und die Federung entkoppelt. Zwar liegt auch hier der Schwingendrehpunkt ausserhalb der Tretlagermitte jedoch beschreibt die Raderhebungskurve keine Kreisbahn sondern eine Ellipse. Dies wird durch das sogenannte Horst Link Gelenk am hinteren Ende der Kettenstreben bewirkt. Beim Einfedern gleicht dieses den sich verändernden Abstand zwischen Tretlager und Hinterachse aus. Damit ist auch bei vollem Kettenzug die Funktion der Federung gegeben. Man spricht von einem vollaktiven System. Zudem kann durch die Anlenkung des Dämpfers über eine Wippe das Federungssystem besser angepasst werden.
Bikes: Specialized FSR, GT LTS, Cycle Craft, u.a.
 
Spezielle Viergelenker


Bei dieser Konstruktionsart sitzt der Dämpfer vor und parallel zum Sattelrohr und wird wie bei den klassischen Viergelenkern über eine Wippe angesteuert. Dies soll das lästige Wippen bergauf vermeiden, hat jedoch den Nachteil, daß, wie bei den Eingelenkern, durch den Kettenzug der Hinterbau in den Dämpfer gezogen wird und dadurch ein nicht vollaktives System mit weniger Fahrkomfort entsteht.
Bikes: Ellsworth, Giant XTC, Relaigh, u.a.
 
Mehrgelenker


Auf den ersten Blick mit den Viergelenkern zu verwechseln, im Prinzip jedoch handelt es sich dabei um einen Eingelenker mit mehreren Lagerpunkten. Daher entspricht die Funktionsweise des Hinterbaues dem der Eingelenk Bikes. Lediglich durch die Anlenkung des Dämpfers über eine Wippe lässt sich die Federungskennlinie besser steuern und machen den Hinterbau stabiler. Das vierte Gelenk befindet sich in der Sitzstrebe, was zur Folge hat, daß beim Bremsen nicht eingefedert werden kann, da der Bremskörper seine Lage zur Felge verändert.
Bikes: Diamond Back, Storck, Giant AC, Rocky Mountain Element, Wheeler uvm.
 
Antriebsschwinge


Zum Schluß sei noch dieses aussterbende System erklärt. Es handelt sich dabei um eine spezielle Art von Eingelenkern. Hierbei sitzt der Antrieb nicht im Hauptrahmen sondern im Hinterbau und ist somit frei von jeglichen Antriebseinflüssen. Beim Einfedern jedoch bewegt sich der Bremskörper auf einer Kreisbahn entlang der Felge, d.h. bei gezogener Bremse federt dieses System nicht. Weiterhin ist der Hinterbau und dessen Schwingenlager extremen Belastungen, einerseits vom Tretlager, andererseits vom Untergrund ausgesetzt und sehr labil.
Bikes: Kaufhaus und Baumarkt Bikes (ALDI)